Samstag, 6. Februar 2016

Menschen und Vampire mit Tiefgang – eine einzigartige Geschichte

Die "Blut um Mitternacht Saga" eine Buchreihe mit vielen Facetten


In Autoreninterviews werde ich oft gefragt, was meine Bücher auszeichnet und was sie so besonders macht. Dieser Frage möchte ich jetzt einmal auf meinem eigenen Blog nachgehen. Doch dabei stelle ich gleich wieder fest, dass sie gar nicht so einfach zu beantworten ist, da sich meine Bücher aus sehr unterschiedlichen Sichtweisen betrachten lassen. 
Zum einen sind es natürlich Vampirromane, aber es verbirgt sich noch mehr dahinter. Gehen wir zuerst auf die offensichtliche Thematik ein: Vampire. 

Von klein auf haben sie mich fasziniert, diese dunklen Wesen, die Leben und Tod gleichermaßen verkörpern. Das Gute aber auch das Böse in sich tragen. Mächtig aber auch verletzlich sind. Kein Wunder, dass meine Bücher so viele Seiten umfassen, denn es gibt viel in dem Wesen Vampir zu entdecken. Bram Stoker erschuf ihn als düsteres, bluttrinkendes und unsterbliches Wesen, Anne Rice brachte sie in unsere moderne Welt und gab ihnen eine verletzliche Seele, Stephenie Meyer ließ sie wieder unter der Sonne wandeln. Einige meiner Leser stellen in „Blut um Mitternacht“ einen Vergleich zu Twilight her, den ich nicht ganz teilen kann, zumal ich die Idee zu meinen Büchern schon hatte, bevor Edward und Bella das Licht der Welt überhaupt erblickten. Julien und Claire, meine Protagonisten, sind erwachsen und haben mit keinen Teenagerproblemen zu kämpfen. Dadurch grenzen sich meine Romane schon deutlich ab. Einzig allein die Problematik der Liebe zwischen Mensch und Vampir bleibt bestehen, die in einer ganz anderen, wesentlich tiefgründigeren Art aufgegriffen wird. Ein weiterer Vergleich findet oft mit „Interview mit einem Vampir“ statt, der da schon eher Berechtigung findet. Anne Rice ist ein großes Vorbild von mir und hat mich sehr geprägt. Sie hat mit ihrer „Chronik der Vampire“ einen neuen Vampir-Mythos erschaffen, der mich absolut in den Bann gezogen hat. Hier stand nicht mehr das bluttrinkende „Monster“ im Vordergrund, sondern seine Seele und die Nähe zum wirklichen Leben, die mich sehr beeinflusst hat. 
Denn auch mir war es wichtig, einen Vampirroman zu schreiben, der sich an der Realität orientiert und der die Seele eines Vampirs greifbar macht. Damit wäre es ein reiner Vampirroman gewesen, aber ich wollte etwas erschaffen, was es so noch nie gab. Also setzte ich dem mystischen, unsterblichen Leben, das lebendige, völlig normale gegenüber. Claire, eine junge Frau aus einer deutschen Kleinstadt, die mit vielen, teils schwerwiegenden Problemen zu kämpfen hat. Und damit sind wir auf der anderen Seite der Romane, die sehr ernste Themen unserer Gesellschaft ansprechen. 

Claire ist in einer Beziehung von Gewalt und Manipulation gefangen. Wobei es sich hier nicht nur um die körperliche Form handelt, sondern auch um emotionale Gewalt, deren Auswirkungen fatale Folgen auf das eigene Selbst hat. Claire ist dabei sich selbst aufzugeben, steht vor den Trümmern ihres Lebens und weiß nicht mehr, wie es weitergehen soll. 
In der „Blut um Mitternacht Reihe“ begleitet man auf einer sehr gefühlvollen Weise eine scheinbar zerbrochene Frau, die wieder aufsteht und sich dem Leben stellt. 
Und das ist es, was meine Bücher auszeichnet: das Leben selbst. 
Es geht um Glaube, Liebe, Hoffnung, Freundschaft und den Tod. Das Gute trifft in einem erbarmungslosen Kampf auf das Böse und beschwört die Mächte des Himmels herauf. Der Leser begibt sich auf eine emotionsgeladene Reise, die vergleichbar mit der Fahrt in einer Achterbahn ist und wird selbst zum Teil dieser Geschichte. Wird der Leser die Hoffnung aufgeben und vorher aussteigen? Oder bleibt er bis zum Ende sitzen? (Natürlich nur als Metapher gesehen, wer ist schon so wahninnig und steigt aus einer fahrenden Achterbahn aus)
Auch wenn es ein Risiko war, bin ich meinem Herzen gefolgt und mir selbst treu geblieben, auch auf die Gefahr hin, einige Leser zu verlieren, weil meine Bücher Wendungen nehmen, die unvorhersehbar sind und nicht in das bekannte Schema „F“ passen. Die so manchen Leser vielleicht auch ein Stück zu sich selbst führen, was nicht zuletzt durch die lebendige Schreibweise gelingt. Kopfkino vorprogrammiert. Spannung und Aktion kommen natürlich auch nicht zu kurz, sodass auch viele männliche Leser begeistert sind. 

Meine Vampire sind an die Ursprünglichkeit angelehnt, was bedeutet, dass sie sich nicht von Tierblut ernähren oder im Sonnenlicht wandeln können. Dennoch habe ich ganz neue, noch nie dagewesene Komponente eingebaut, die besonders in meiner Entstehungsgeschichte der Vampire deutlich werden.
Die „Blut um Mitternacht Reihe“ ist keine seichte Unterhaltungsliteratur und auch keine: „Teenagermädchen verliebt sich in Vampirjungen Geschichte“. Es sind in erster Linie Vampirromane, die es an manchen Stellen in sich haben. Die volle Bandbreite an Emotionen ist garantiert, wobei der Spaß und das Träumen natürlich auch nicht zu kurz kommen. 

Eine Leserin bezeichnete „Blut um Mitternacht“ als einen guten Mix aus den besten Vampirromanen. Was macht für Euch einen guten Vampirroman aus? Sollte er düster und dunkel sein oder mehr verträumt und etwas fürs Herz? Mehr ursprünglich, wo Vampire sich nicht im Sonnenlicht aufhalten können und sich von Menschenblut ernähren müssen oder doch lieber dem Menschen angepasster sind? Ich würde mich sehr über Antworten von Euch freuen.